Saturday 12.09.2026 doors 19:00 start 20:00
Kantine am Berghain
Odd Beholder
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Odd Beholder, das Electro Wave / Indie Pop - Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann, veröffentlicht am 07.11.2025 die neue Single "Drive", und kündigt damit bereits die Veröffentlichung des vierten Albums "Honest Work" im Frühjahr 2026 an.
Auf dem gradlinigen Shoegaze-Track begegnen wir jemandem auf der Flucht – wovor die Flucht ergriffen wird, bleibt allerdings noch unscharf. Mit jedem weiterem Stück und dem Album selbst wird das Bild schließlich deutlich werden.
"Drive" erzählt das Ende seiner Geschichte gleich zu Beginn: „Fahr los, hau ab!” Hier muss jemand aufs Gaspedal drücken, mit halbgepacktem Rucksack schleunigst die Situation verlassen. Raus aus der Spirale, auf die Gerade zum Horizont. Im Song wird die kurzfristige Ermächtigung besungen. Hier muss etwas zurückerobert werden, im jetzt, und wenn auch nur für den Moment, und sei es nur das Gefühl, handlungsfähig zu sein. Roadtrip als Sofort-Intervention. Auch wenn wenig über die Fluchtsituation zu erfahren ist, so gibt das Ende des Stückes doch bereits einige Hinweise: “They take and they take and they’re selling it back to us now that we’re needy. Are you gonna eat those? I need another dose.”
“Drive” bedeutet auch Antrieb, Trieb, Motivation. Die erste Single von "Honest Work" äussert die Vermutung, dass ehrliche Arbeit etwas mit dem Antrieb ("Drive") der Arbeitenden zu tun haben könnte. Dazu sagt Daniela Weinmann:
"Auf Social Media häufen sich die AHDS-Selbstdiagnosen, viele Menschen scheinen unter Antriebslosigkeit zu leiden. Doch vielleicht liegt es weniger an den Menschen selbst, sondern an einem Zeitgeist, der konstante Motivation verlangt, und mit langfristigen, sinnvollen Anreizen geizt. Da scheint die einfache Lösung der Griff zu Stimulanzien, mit oder ohne Therapie. Arbeitssucht und Sucht als verbreitetes Lebensgefühl in einer Konsumgesellschaft, in der die Aussicht auf den täglichen überteuerten Matcha Latte darüber hinwegtrösten muss, dass das Eigenheim unerschwinglich bleiben und dass die Zukunft plastikvergiftet, tierartenfrei und überhitzt wird. Wie ehrlich fühlt sich Arbeit an, wenn man keinen Sinn darin sieht?"
Auf dem Cover-Artwork ist ein USB-Drive auf einer Autobahnbrücke zu sehen, die manchen Schweizer Musikliebhaber*innen bekannt vorkommen könnte. Auf dem Dead Drop, der tatsächlich als Street Art an eine Autobahnbrücke bei Düdingen (bei Bern, CH) gekettet wurde, ist die Single als MP3 schon erhältlich, bevor sie auf den herkömmlichen Streamingdiensten erscheint. Weinmann gibt damit einen weiteren Hinweis auf die Geschichten, die sie auf dem kommenden Album verdichten wird und fragt mit der Wahl des Covers von "Drive", wie die Musikdistribution in Zeiten der "Broligarchy" aussieht.
A concert by All Rooms Agency